Kreatives Schreiben - die Ausbildung in der Kunst des Schreibens
Kann man Schreiben lernen? Das ist die Frage, an der sich in Deutschland immer wieder und immer noch die Geister scheiden. In solche, denen Schreiben als angeborene Fähigkeit gilt. Und in die anderen, die Schreiben für erlernbar halten. Bei der ersten Gruppe wirkt der europäische Gedanke des Geniekults aus dem 18. und 19. Jahrhundert nach. Die zweite Gruppe orientiert sich an dem, was in Amerika schon vor ca. 100 Jahren begann, und seither mit großem Erfolg praktiziert wird.
Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden an amerikanischen Universitäten Kurse in Creative Writing angeboten. Carson McCullers reiste 1934 nach New York, um an der Columbia University und am Washington Square College der New York University Kurse in kreativem Schreiben zu belegen. Mit ihrem Debütroman "Das Herz ist ein einsamer Jäger" , der 1940 erschien, wurde sie im Alter von 23 Jahren über Nacht zum Shooting Star der amerikanischen Literatur. Seit den 70er Jahren wird Creative Writing an nahezu jeder amerikanischen Universität angeboten. Nicht nur für werdende Schriftsteller. Studenten aller Fachrichtungen können sich von professionellen Schriftstellern in der Kunst des Schreibens ausbilden lassen. Viele berühmte amerikanische Schriftsteller, darunter Thomas Wolfe und Eugene O' Neill haben ihr Handwerk in Creative-Writing-Kursen gelernt.
Anders in Deutschland: Hier gilt das Schriftstellerhandwerk traditionell wenig, Inspiration und angeborenes Talent gelten dagegen viel. Erst in den 1970er Jahren begann man auch in Deutschland nach amerikanischem Vorbild Kurse in kreativem Schreiben einzurichten. Mittlerweile gibt es auch hier Universitäten, die das Schreiben lehren. Seit 1995 bildet das Deutsche Literaturinstitut in Leipzig Schriftsteller aus. An der Universität Hildesheim kann man in 6 Semestern "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" studieren. Viele Unis bieten auch einzelne Seminare zum Thema Schreiben an. Das war's dann aber auch schon mit den universitären Ausbildungsmöglichkeiten für Nachwuchsliteraten. Von den traumhaften amerikanischen Verhältnissen in der Schriftstellerausbildung sind wir hierzulande immer noch weit entfernt.
Die meisten Schreibwilligen müssen sich auf dem freien Bildungsmarkt umsehen. Sie lernen das Handwerk des Schreibens in privaten Schreibschulen, Volkshochschulen, Schreibwerkstätten oder Schreibworkshops. Verbindliche allgemeingültige Qualitätsstandards der Lehre gibt es hier nicht. Wer Schreiben lernen möchte, sollte in jedem Fall genau hinsehen und prüfen, was er für sein Geld bekommt.
Eine gute Möglichkeit, die Kunst des Schreibens zu erlernen sind Fernlehrgänge, sofern sie staatlich geprüft und zugelassen sind. Sie kommen den individuellen Bedürfnissen des "Schreiblehrlings" nach räumlicher und zeitlicher Ungebundenheit entgegen. Die Absolventen werden - anders als bei einem Wochenendworkshop - kontinuierlich über einen längeren Zeitraum betreut. So können sich auch die jeweils individuellen Schreibgewohnheiten entwickeln und festigen.
Die Hamburger Akademie für Fernstudien bietet zum Beispiel mit ihrem Lehrgang "Kreative Schreibschule" eine praxisorientierte, breit angelegte Schreibausbildung an, die nicht nur für angehenden Literaten sinnvoll ist. Neben dem literarischen Schreiben werden auch die Themen Sachbuch, Journalismus und Schreiben fürs Internet umfassend behandelt. Der Lehrgang eignet sich für alle, die sich in der Kunst des Schreibens professionalisieren wollen oder die schreibend Ihre Kreativität entfalten möchten.
Einen Überblick über die Lehrgangsthemen finden Sie hier. Gratis-Informationen zum Fernlehrgang „Kreative Schreibschule“ können Sie kostenlos und unverbindlich anfordern.
